Interview mit Dr. Bakry Eljack Elmedni, Sprecher für die sudanesische Bewegung "Somoud - Civil and Democratic Alliance", über die Lage im Sudan
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(Quelle: https://www.elm-mission.net/news/ich-muss-ihnen-sagen-dass-die-lage-schrecklich-ist)
Das Interview mit ihm führte Tobias Schäfer-Sell, Referent für Advocacy und ökumenische Zusammenarbeit mit Malawi im Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) am 7. Februar 2026. Aus dem Englischen (siehe Originalversion)
Prof. Bakry, der Krieg im Sudan begann im April 2023, also vor fast zwei Jahren, und ihm gingen andere Kriege und militärische Konflikte in der Region voraus. Wie ist die aktuelle Lage im Sudan?
Es geht hier nicht nur darum, wer an die Regierung kommt. Es ist vielmehr ein Krieg um die Legitimität des Staates. Die Menschen fühlen sich durch den Staat nicht vertreten. Und wenn sie Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung oder zur kulturellen Repräsentation stellen, lautet die Antwort in der Regel: „Waffen“. Aber die eigentlichen Themen, die die Menschen belasten, bleiben unbearbeitet.
Man kann mit Gewalt regieren, aber man kann nicht verwalten, ohne die Probleme zu verstehen und zu versuchen, sie anzugehen. Wir hatten in der Geschichte des Sudan keine Verwalter, sondern Herrscher; ob kolonial oder postkolonial, sie wollten kontrollieren, dominieren und sicherstellen, dass niemand ihre Autorität in Frage stellt.
Und dann haben wir diese beiden mächtigen Armeen, die sich darauf geeinigt haben, die zivile Regierung zu entfernen, sich aber nicht darauf einigen konnten, wer Zugriff auf die Staatsmacht und den Reichtum hat, deshalb haben sie angefangen zu kämpfen.
Sudan Forum, Pressemitteilung, 06.02.2026
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Sudan-Forum stellt sich unter das Motto „Unity for Peace”.
Hannover. Politiker:innen aus Bundestag, Landtag und Kommune sowie internationale Gäste diskutierten am vergangenen Samstag auf Einladung von Umbaja e.V. in Hannover den aktuellen Konflikt im Sudan, der seit April 2023 eine der größten humanitären Krisen und Vertreibungen weltweit ausgelöst hat.
„Wir müssen uns alle für den Frieden einsetzen“ resümierte Dr. Bakry Eljack, Sprecher von Somoud (Civil Democratic Alliance for Revolutionary Forces). Die aktuelle Eskalation sei vorauszusehen gewesen. Strukturelle politische Defizite des Viel-Völkerstaats Sudan reichten zurück in die koloniale Vergangenheit. Mit Ausnahme einer kurzen Phase des Friedens hätten Militär, Islamisten und Putschisten das Land, die Bevölkerung und die Kultur zerstört und aufgerieben.
Marina Peter, langjährige Sudan-Expertin und Beraterin, konstatierte in ihrem Vortrag: „Die Zerstörung und Brutalität übersteigt unsere Vorstellungskraft. Sexualisierte Gewalt wird als Waffe eingesetzt. Die absolute Verachtung von Menschenleben und Menschenrechten durch alle Kriegsparteien ist furchterregend.“ Dabei erinnerte Peter an die besondere Verantwortung Deutschlands, das den Sudan in den 50ern als erstes Land anerkannt und eine enge Zusammenarbeit gepflegt habe, sowie an die Länderpartnerschaft zwischen Niedersachsen und Sudan in den 80er Jahren.
Boris Mijatovic, MdB - Bündnis 90/Die Grünen, hob die wirtschaftlichen Ursachen des Krieges hervor. Neben Erdöl und Gold sei auch die Landwirtschaft ein bedeutender Faktor: „Die Bauern müssen wieder Saaten ausbringen können.“ Angesichts der katastrophalen Versorgungslage seien die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe sowie der Entwicklungszusammenarbeit im Bundeshaushalt ein großer Fehler.
"Über Grenzen" - Internationale Filmreihe Hannover, 25.02.-18.03.2026
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Konflikte, Kriege und Zerstörung prägen den aktuellen Blick auf die Welt. Menschen und Natur leiden unter strukturellen Systemen der Gewalt. Doch überall auf der Welt sind Menschen aktiv, dem etwas entgegenzusetzen. Insbesondere dort, wo sie Grenzen überwinden, um Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit zu suchen.
Auch in der zweiten Auflage unserer Internationalen Filmreihe zeigen wir Spielfilme und Dokumentationen, die über Grenzen hinaus weisen. Wir laden Sie ein auf Filmreisen nach Brasilien, Sudan, Venezuela, Palästina, Malawi, Südafrika, Simbabwe, Senegal und Kolumbien.
Alle sind willkommen. Eintritt frei.
Sudan Forum Hannover, 31.01.2026 im Kulturzentrum Pavillion, Impressionen
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